Mein erster Marathon

Berlin, du warst großartig 🙂 Ich bin immer noch total geflashed von diesem Wochenende.

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Samstag morgen ging es für mich nach Berlin. Da ich leider alleine gefahren bin, waren meine Zweifel noch größer, alles alleine zu schaffen. Aber wenn ich mir was in den Kopf setze, dann habe ich mich mental dafür entschieden und ziehe es auch durch.

Auf der Messe BERLIN VITAL angekommen, um meine Startunterlagen abzuholen,  stieg die Anspannung dann nochmal aber gleichzeitig war es toll zu sehen, wie viele diese Leidenschaft zum Laufen teilen und das es auch anderen genauso geht.

Natürlich laufen sich 42,195 km nicht von alleine, aber die Vorbereitungen liefen gut und ich wusste, dass ich mein Möglichstes dafür getan hatte. Viel Disziplin, Zeit und Ehrgeiz wurden von mir abverlangt. Was sollte schief gehen. Einfach Spaß haben und die Stimmung und Athmosphäre genießen.


So ging es am Sonntag morgen um 7.15 Uhr aus dem Hotel in Richtung der Straße des 17. Juni. Es waren lauter Läufer zu sehen, die mit ihrem BMW Beutel ausgestattet waren. Diesen hatten wir am Tag zuvor bei der Messe für unsere Habseligkeiten für Sonntag bekommen. Das Wetter war genial, die Sonne ging gerade auf und ich empfand es als sehr entspannend durch Berlin zu gehen und immer wieder auf weitere Starter zu treffen.

Dann ging es los…

Da es mein erster Marathon war reihte ich mich in der dritten Starterwelle ein. Das Rahmenprogramm machte Lust auf mehr und es überkam mich wirklich oft am Anfang mit Gänsehaut weil ich nervös, euphorisch und voller Lust auf diesen Lauf war. 30 Minuten später als die erste Welle starteten wir um 9.45 Uhr.

Es war toll, wie viele Zuschauer, kleine Bands und Bar-/Cafébesitzer mit Kleinigkeiten am Straßenrand für uns bereit standen oder Musik spielten. Ich muss aber leider sagen, dass ich nicht viel bewusst von der Strecke und Umgebung wahrgenommen habe, erst im Nachhinein, denke ich mir -ach stimmt, da war ja was- 😀 Ich war so bei mir und meinem Lauf, dass ich vieles leider versäumt habe. Aber so fokussiert und konzentriert war ich selten und meine Beine liefen einfach.

Bis Kilometer 6 war es etwas schwierig seine Pace zu finden, weil die Läufer alle so eng beieinander waren. Danach gab es etwas mehr Platz aber bei 41283 Startern kein Wunder, dass es nicht sooo viel Platz gab 😀

Foto: Rainer Jensen dpa/lbn
Foto: Rainer Jensen dpa/lbn
Nach Kilometer 25 lief es immer noch sehr gut und ich war überglücklich. Ich lief einfach, war bei mir, mein Kopf war völlig leer. Doch ab Kilometer 30 kam der Mann mit dem Hammer und ich musste ein ernstes Gespräch mit meinem Kopf führen, weil der sich langsam die Frage stellte, warum  das überhaupt. Aber die mentalen Zweifel waren relativ schnell geklärt, weil ich mich an die schönen Longruns im Training erinnerte, die ich manchmal bei Sonnenaufgang lief und die mir in diesen Momenten so viel Energie und Kraft gaben.

Versucht eure Zweifel mit positiven Erfahrungen zu minimieren, das hilft mir immer wieder 🙂

Da es sonnig war und 24 Grad gemeldet waren, nutzte ich jede Gelegenheit und nahm die Wasserstationen in Anspruch. Bei Kilometer 34 musste ich ein Kohlenhydrat Gel einnehmen, weil ich merkte, dass meine Kohlenhydratspeicher leerer und leerer wurden und ich um meine Pace zu halten, neue Energie benötigte.

Bei den Verpflegungsstationen musste man immer gut aufpassen, weil es nass, rutschig und teilweise auch klebrig war und viele Läufer auch einfach stehen blieben. Voll konzentriert meistere ich auch diese Passagen der Strecke.

Der Zieleinlauf war unbeschreiblich, ich sah das Brandenburger Tor ENDLICH, nicht nur vor meinem inneren Auge, sondern es war wirklich in unmittelbarer Nähe!! Ein Gefühlschaos breitete sich in mir aus, das werde ich glaub ich auch nie vergessen. Ich war so glücklich, dass ich kurz davor war in Tränen auszubrechen 😀 Da musste ich mich wirklich zusammenreißen und dann waren es nur noch ein paar Meter und ich war  im ZIEL     –> FINISHER

Wow eine Flut von Glück, Erleichterung und Stolz überkam mich. Ich hatte das geschafft, für was ich 16 Wochen /5 Trainingseinheiten die Woche trainiert hatte. Intervalle, Longruns, langsame und lange Läufe lagen hinter mir und alle Gedanken, Zweifel oder aufkommende Müdigkeit waren vergessen.

-Immer weiter gehen und viel trinken- sagte ich mir im Ziel, weil ich viele sah, die im Ziel einfach umfielen oder sich hinwarfen. Ich bekam meine wunderschöne Finisher-Medaille, die ich mir voller Stolz umhing :D.  Meine Beine taten zwar weh aber das war egal, ich war glücklich, so überglücklich alles alleine geschafft zu haben, mir wieder bewiesen zu haben,  dass ich alles schaffen kann, wenn ich logisch, geplant, voller Ehrgeiz und Liebe  hinter meinem Projekt und Ziel stehe. Das kann jeder, wenn ihr für etwas brennt und Leidenschaft habt und es euch glücklich macht, dann versucht eure Pläne, Station für Station zu erreichen.  Auch wenn es Rückschläge gibt, verliert das eigentliche Ziel nicht aus den Augen und versucht euch immer wieder zu fokussieren.

Ich weiß, dass mich diese Erfahrung ein Leben lang prägen wird. Ich glaube, es wird nicht der letzte Marathon gewesen sein, nur werde ich bei einem weiteren Marathon ein paar Dinge anders machen aber man lernt ja aus allen Erfahrungen 🙂

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